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Fotos und Fiction in der Festung


Ulm ist immer für Überraschungen gut!


Dabei hörte sich der Titel der Exkursion doch so „beschaulich“ an: Der „Ulmer Höhenweg“ stand auf dem Programm. Er erstreckt sich im Ulmer Norden von Böfingen (im Osten) bis zum Eselsberg (im Westen). Dabei führt er auch an Teilen der sogenannten „Bundesfestung“ vorbei, einer teilweise noch gut erhalten Wehranlage aus dem 19. Jahrhundert.

Doch nach diesem heißen Tag brauten sich dunkle Wolken über dem Fort Albeck zusammen, einem markanten Bauwerk dieser Bundesfestung. Da fiel der fotografische Blick schnell auf ein kleines Detail. Es war ein Schild an einer alten, schweren Holztür angebracht. „Übermorgenwelt“ stand darauf geschrieben. Das klingt nach einem Blick in die Zukunft.

Aber was soll das wieder bedeuten? Werden hier etwa in den alten Gemäuern die Glaskugeln für Hellseher gesäubert oder sogar hergestellt? Neugierig schlichen wir um den Eingang herum. Eher zufällig trat eine Frau heraus und nach einer kurzen Anfrage bekamen wir von ihr eine spontane Führung durch die Räume des „Übermorgenwelt e.V.“ im Fort Albeck.

Wir bekamen also einen Einblick in die gemütlichen Räume der „Geschichten von Gestern und Heute über Morgen und Übermorgen“.

Sehr gut umfunktioniert

Wo einst die Soldaten untergebracht waren ist heute ein äußerst friedlicher Treffpunkt für Leseratten (und Zocker). Aber nicht für irgendwelche, sondern für ganz bestimmte Leseratten.

Denn, wie uns die nette Führerin Graciela Hintze weiter erklärte, versteht sich dieser Verein als:

„Phantastikzentrum und zentrale Anlaufstelle für alle an der Phantastik interessierten Menschen in Ulm und Umgebung“.

Dabei verfügt er über ein Archiv mit mehr als 50 000 katalogisierten Medien aus den Bereichen Science Fiction, Fantasy, Mystik und Horror. Das ist die zweitgrößte Sammlung ihrer Art in ganz Deutschland! – Respekt!

Zu unserer Überraschung haben wir ganz zufällig hier ein echtes Highlight entdeckt.


Noch ein Verein

Wir staunten erneut, als wir in den anderen Flügel vom Fort geführt wurden. Denn die Soldaten sind doch immer noch da. Aber nicht etwa zu Tausenden aus Fleisch und Blut, sondern als filigrane Figuren aus dem 3D-Drucker. Liebevoll gestaltet und bemalt werden sie auf extra großen Tischen zu imaginären Schlachten aufgestellt. Bewegt werden sie dann von den geübten Händen passionierter Spieler des Vereins „Cubus – Verein für phantastisches Spiel Ulm e.V.“, die hier leidenschaftlich ihrem Hobby nachgehen. So wie wir an diesem Abend auf dem Ulmer Höhenweg.

An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an Frau Hintze für die spontane Führung! Wir sind noch immer begeistert.


Dunkle Wolken über dicken Mauern

Nach diesen überraschenden Einsichten in die Innenwelt des Fort Albeck zogen wir weiter auf dem Ulmer Höhenweg.

Wir fanden bedrohlich wirkende Lichtstimmungen und starke Kontraste. Beides bietet sich für eindrucksvolle Schwarzweiß-Fotos geradezu an. Hier ein Durchblick durch ein eisernes, verrostetes Gatter, dort Graffiti auf alten Mauern. Oder auch Laternen, die die Eingänge zum Fort Albeck bei einbrechender Dunkelheit beleuchten. Und immer mehr schwarze Gewitterwolken.


ICM – eine spezielle Art zu fotografieren

Diese Motive lassen sich auch mit der ICM-Methode wunderbar einfangen. Für all diejenigen, die von dieser speziellen Aufnahmetechnik bisher nichts wussten:

ICM steht für: Intentional-Camera-Movement.

Dabei wird die Kamera bei relativ langer Verschlusszeit absichtlich bewegt, so dass interessante Wischeffekte entstehen.Verwendet wird diese Technik, um eine Stimmung oder Gefühl über das Foto zu transportieren. Dabei ist es die handwerkliche „Kunst“, die passende Relation von Verschlusszeit und Kamerabewegung zu finden.

Schließlich brachte uns die immer stärker aufziehende Gewitterfront dazu, unseren Fotowalk auf dem Ulmer Höhenweg zu beenden. Aber trotzdem war es auch dieses mal wieder eine unterhaltsame, sehr interessante und nicht nur fotografisch ergiebige Exkursion „vor der Haustüre“.